Orlovka

Gulnara KiribaevaLeitung Kinderheim: Gulnara Kiribaev

Die Stadt Orlovka liegt im Chui-Tal, ca. 100 km von der Hauptstadt Bishkek entfernt.

Zu Sowjetzeiten war in Orlovka eine Siliziumfabrik in Betrieb und es wohnten ca. 13‘000 Personen dort. Seit der Schliessung 1991 gibt es ausser im Skigebiet praktisch keine Arbeitsplätze mehr. Deshalb sind viele Familien weggezogen. Heute leben noch ca. 3'700 Einwohner in Orlovka.

Geschichte des Kinderheimes

Das Kinderheim Nurmaeisa in Orlovka (Kirgistan) besteht in der jetzigen Form seit 2004 und wird privat geführt.

Das Haus ist ein ehemaliger Kindergarten und besteht aus vier Gebäudeteilen, die alle in einem sehr schlechten Zustand sind.

Im Kinderheim leben heute 43 Kinder und Jugendliche zwischen 1 und 20 Jahren. Es sind mehrheitlich Waisenkinder. Sie werden von Gulnara, ihrer Familie und weiteren Personen betreut.

Das Waisenheim kämpft mit grossen finanziellen Problemen. Die laufenden Kosten können nicht gedeckt werden, da der Betrieb durch die älteren Kinder, die in der Stadt studieren, noch teurer geworden ist.

Einzige Einnahmequelle des Heims ist eine veraltete Bäckerei, wo Brot für die Dorfbevölkerung gebacken wird.

Nachdem ich schon seit acht Jahren Kinderkleider und Schuhe von Cornelia Portmann-Dicht (Rainbow Second Hand in Davos) mit meinen Transporten mitschicke, habe ich im November 2012 das Waisenheim besucht, um mich detailliert zu informieren. Ich habe das Heim mit grosser Bewunderung, vor allem aber mit grösster Ernüchterung verlassen, denn hier fehlte fast alles. Die Finanzen für nötige Investitionen, sowie für den Heimbetrieb, sind völlig ungenügend. Trotzdem, oder gerade deshalb, kämpfen Gulnara und ihr Team mit grossem Elan weiter und hoffen auf bessere Zeiten.

Im Januar 2013 besuchte mich der Reporter Daniel Stadelmann des Schweizer Fernsehens. Er wollte über das Skigebiet in Orlovka berichten. Ich habe zugesagt, wenn es gelang das Kinderheim in die Sendung miteinzuschliessen (siehe Beitrag im Schweizer Fernsehen).

Aktivitäten

Zusammen mit der Leiterin des Kinderheims haben wir eine Liste der nötigen Verbesserungen erstellt. Inzwischen haben wir diese laufend angepasst und verfeinert. Dabei musste ich feststellen, dass gewisse Sanierungsarbeiten wichtiger sind als angenommen und anderseits fast monatlich neue Probleme auftauchen.

  • Dringend war das Einrichten einer richtigen Waschanlage. Bis anhin mussten Kinder und Erwachsene zwei völlig veraltete Douchen benützen. Das warme Wasser dazu musste vor dem Haus in einem Wasserkessel mit einer Holz-/Kohlefeuerung erwärmt werden. Drei Tage dauerte das gestaffelte Waschen aller Kinder. - Seit 2014 ist eine neue Waschanlage mit Sauna in Betrieb. Im Winter können sich die Kinder kurz aufwärmen in der Sauna. Es kam zu Verzögerungen und Mehrkosten, da die Zuleitungen für Wasser und Strom dringend ersetzt werden mussten. Die gesamte Waschanlage wurde in äusserst grosszügiger Weise von einer Privatperson finanziert, welche die Sendung des Schweizer Fernsehens gesehen hatte.
  • Aus der Liquidation eines Sportgeschäftes in Jenaz konnte ich dem Heim sehr viele Kleider und Schuhe vermitteln.
  • Da die Kosten für Fremdtransporte viel zu hoch waren, kaufte ich einen VW Bus.
  • Die Erneuerung der Küche ist in die Wege geleitet.  Hier wird für 50 Personen gekocht. Ein neuer Kochherd und Kühltruhe sind schon geliefert. Der Ersatz des Backofens ist vordringlich.
  • Für die Schüler des Heims resp. für die Wohnung in Bishkek wo die älteren Schüler wohnen, habe ich 12 Labtops vermitteln können. Diese dienen als Aufgabenhilfe und Übungsgeräte.
  • Wir haben mit der Sanierung aller Fenster begonnen, die alle in einem schlechten Zustand sind. Zuerst haben wir jene der Kinderzimmer und Aufenthaltsräume erneuert. Diese Sanierung wird je nach Spendeneingang weitergeführt.
  • Parallel haben wir den Schlaftrakt neu isoliert.
  • Die gesamten elektrischen Anlagen und Leitungen müssen laufend erneuert werden.
  • Die Dächer sind in einem schlechten Zustand und müssen immer wieder durch Improvisationen saniert werden.
  • Wir haben mit der Neumöblierung begonnen, da bisher zu wenig und schlechte Möbel vorhanden waren. Diese Möbel wurden in Orlovka unter einfachsten Bedingungen im Skigebiet durch eine einheimische Firma produziert.
  • Der Bau einer neuen WC-Anlage war vordringlich auch wegen staatlicher Auflagen.
  • Die Betten und insbesondere die Matratzen müssen erneuert werden, da diese sehr schlecht sind. Ein erster Teil haben wir schon erledigt.
  • Durch den Bau eines Gewächshauses kann die Selbstversorgung markant gesteigert werden (finanziert durch einen Sponsor).
  • Für Outdoor-Veranstaltungen benötigen wir ein Dach über dem Pavillon.
  • Die alte Aussenküche haben wir aktiviert, damit im Sommer mit Holz und Mist günstiger gekocht werden kann.
  • Die Heizung musste als letztes grosses Projekt im Dezember 2016 erneuert werden und konnte mit der Leitungsanierung im 2017 abgeschlossen werden. Bisher benötigte das Kinderheim ca. 40 Tonnen Kohle (im Winter eine Tonne pro Woche). Mit der neuen Heizung sollte der Bedarf unter 15 Tonnen pro Jahr gesenkt werden können.

Einnahmen

Nebst neuen Einnahmequellen im Kinderheim selber versuche ich mit Vorträgen bei Serviceclubs, Vereinen und Organisationen in der ganzen Schweiz Geld zu sammeln. Ich bin aber um jede Unterstützung froh, die ich in irgendeiner Art erhalte.

Lieferanten von Naturalgaben habe ich viele. Da spielen die Transport- und Verpackungskosten eine grosse Rolle. Der Versand einer Kiste aus der Schweiz nach Orlovka kostet inkl. Verpackung ca. 2000 CHF. Zudem habe ich immer wieder mit Zollproblemen zu kämpfen. Deshalb ist es unter Umständen günstiger die Ware vor Ort zu kaufen, statt als Gratisware zu transportieren. Dies ist sehr schade.

Dank

Ich möchte mich bei allen Personen und Organisationen für die grosse Unterstützung bedanken. Ich bemühe mich, auch mit neutralen Personen vor Ort, die Mittel effizient und sachdienlich einzusetzen. Auf weitere Unterstützung freue ich mich.

Barspenden

Barspenden sind sehr willkommen und werden zu 100% für bauliche Investitionen im Kinderheim investiert.

Patenschaften

Es bestehen Möglichkeiten für Patenschaften für einzelne Kinder. Diese Patenschaft kann jährlich erneuert werden.

Hilfsgüter

Hilfsgüter/Naturalien wie Kleider, Schuhe, Stoff, Spielsachen, Schulmaterial, Laptops, usw. nehme ich gerne entgegen.